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Stavenhagen und die Tausendjährigen Eichen

Mitten in Mecklenburg-Vorpommern, wo die plattdeutsche Sprache zu Hause ist, wo die Landschaft sich mild-hügelig zur Mecklenburgischen Schweiz öffnet, da liegt die kleine, alte und doch moderne Stadt Stavenhagen.
Ihre Popularität verdankt die Stadt ohne Zweifel ihrem berühmten Sohn Fritz Reuter, dem bedeutendsten Schriftsteller niederdeutscher Sprache, der hier im Jahr 1810 geboren wurde. Hier wird der Besucher Fritz Reuter auf Schritt und Tritt begegnen. In Bronze gegossen hält er Wache vor seinem Geburtshaus, dem alten Rathaus von 1788. Es beherbergt heute das nach ihm benannte Literaturmuseum. Das Fritz-Reuter-Literaturmuseum zeigt in einer modernen literarischen Ausstellung „Fritz Reuter - Leben, Werk und Wirkung“, eine ständige Ausstellung zu Leben und Werk des Malers Ernst Lübbert und - im Schlossgewölbe - die Ausstellung „Franzosenzeit in Mecklenburg“. Ob Führung durch die Ausstellungen oder Lesung aus niederdeutscher Dichtung, ob Begleitung zu den literarischen Schauplätzen der Stadt oder Sonderveranstaltungen unterschiedlichster Genres, für viele Besucher wird etwas dabei sein.
Die jährlichen Reuterfestspiele sind in Stavenhagen bereits Tradition. Interessante Bühnenprogramme, Spielszenen aus dem Leben Fritz Reuters oder niederdeutsche Autorenlesungen finden viele Liebhaber und begeistern ständig mehr Gäste. Zugleich wird dort auch das „Plattdeutsche Wort des Jahres“ verkündet. Besuchenswert sind auch das im 17. Jahrhundert entstandene Barockschloss und die Stadtkirche mit ihrer holzgeschnitzten Renaissancekanzel.
Im nahe gelegenen Dorf Ivenack kann man die mehr als 1000 Jahre alten Ivenacker Eichen bewundern, um die sich zahlreiche Sagen ranken.
Weitere Ausflugsziele sind Kittendorf mit seinem im Tudorstil erbauten Schloss und angrenzendem Lenné-Park sowie die Dorfkirche aus der Zeit der Frühgotik. Die mit 1288 datierte Bronzeglocke der Kirche ist die älteste von Mecklenburg. Sie war dazu berufen, auf dem Marktplatz Stavenhagens mit dem Jahre 1995 zugleich auch das zweite Jahrtausend des Landes Mecklenburg einzuläuten.
Ein Besuch im Kunstatelier in Mittelhof ist für Besucher ebenfalls lohnenswert. Der Ort liegt zwischen den Städten Waren und Stavenhagen, eingebettet in üppige Natur mit Wald, Wiesen und Seen zum Baden. In einer Sommerakademie werden hier Malkurse angeboten.
Die wunderschöne urwüchsige Landschaft dieser Region bietet Erholung pur bei ausgedehnten Wander- und Radwandertouren. Alte Baumalleen führen von Ort zu Ort und aus den weiten, im Frühsommer gelb gefärbten Rapsfeldern ragt hier und da ein Türmchen einer historischen Dorfkirche auf. Kleine Hügel und große Seen, sattes Grün und tiefes Himmelsblau, der weite Blick in eine abwechslungsreiche Natur - hier können Sie Landschaft so schön wie früher erleben und genießen.