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Rottmannshagen

Erstmals war der Ort unter der Bezeichnung "Rathenow" schriftlich erwähnt worden. Im Slawischen bedeutet rati "Krieg" und die Silbe ow "Aue". Im Verlauf der Jahrhunderte hat sich die Bezeichnung über viele Varianten, z.B. Rathenowerhagen, Rattmannshagen zu Rottmannshagen entwickelt. Zahlreiche Bodenfunde belegen, dass es hier Siedlungsstellen der Slawen gab. Mit der Neuansiedlung von deutschen Bauern war Johann Wachholtz vom Kloster Dargun beauftragt. Im 14. und 15. Jahrhundert wechselten die Besitzer häufig, bis 1482 Hartwig von Moltzahn Kummerow mit Duchow, Pinnow, Rottmannshagen und Rützenfelde erhielt. Es kam zu langanhaltenden Streitigkeiten zwischen der Moltzahn-Familie und dem Kloster Dargun. Im 30jährigen Krieg wurde Rottmannshagen völlig verwüstet. Am Ende des 17. Jahrhunderts gehörte der Ort wieder zum Moltzahnschen Besitz. 1876 übernahm Paul Wahnschaffe das Gut. Sein Sohn führte es 1918 weiter, nachdem er seinen Dienst in der Reichskanzlei beendet hatte. Von 1935 bis 1945 war Heinrich von Katte als Oberinspektor eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein Volkseigenes Gut mit Tierhaltung. Eine unterirdische Milchpipeline war 1967 vom Kuhstall bis nach Stavenhagen gelegt worden. Die Wende brachte für Rottmannshagen von 1990 bis 1995 wirtschaftliche und soziale Rückschritte: Auflösung der Schweinezucht, der Bienenwirtschaft, des Rinderbestandes, der Betriebsküche, der Bibliothek, der Stellmacherei, der Schmiede, des Kindergartens und des Konsums.

Information
Anschrift: Öffnungszeiten: Kontakt:
Touristinformation Stavenhagen
Markt 1
17153 Stavenhagen
Mo-Fr 10.00-17.00 fon: 039954/ 279835 o. 21072
fax: 039954/ 2 10 72
mail: stadt.stavenhagen@t online.de
hp: http://www.stavenhagen.de

Kirche Rottmannshagen

Die Kapelle war ursprünglich als Begräbnisort vermutlich von Ludwig von Moltzahn errichtet worden. In ihr befinden sich die Grabsteine von Ludwig von Moltzahn (1792-1850) und seiner Ehefrau Sophie Wilhelmine (1793-1869). Später fanden in der Kapelle auch Gottesdienste statt.

Kontakt:
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Stavenhagen, Pastorin Melanie Dango
17153 Stavenhagen, Ivenacker Straße 11
Telefon: 039954/ 2 18 13
Telefax: 039954/ 2 18 19
stavenhagen@kirchenkreis-stargard.de
http://www.kirchenkreis-stargard.de/Stavenhagen.97.0.html

Glockenstuhl

Der kleine hölzerne Glockenstuhl steht an der Friedhofsmauer. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1851.

Gutsanlage Rottmannshagen

Das Gutshaus mit seitlichen Kavaliershäusern war von 1728 bis 1732 im Stil des Barock errichtet worden. Nachdem Axel Albrecht von Moltzahn in Kummerow einen großen repräsentativen Herrensitz errichten ließ, begann er anschließend mit dem Bau der Anlage von Rottmannshagen. Sie wurde als eine der schönsten von Pommern beschrieben. Das Gutshaus wurde 1945 durch Brand zerstört. Die zweigeschossigen seitlichen Kavaliershäuser aus Backstein, die Begrenzungsmauer mit Gittern, die mittlere Toreinfahrt und Backsteinpfeiler mit Putten und Vasenschmuck blieben erhalten. Anstelle des Gutshauses steht jetzt das moderne Wohnhaus der Eigentümer des Gutshofes.

Baustil/Bauweise: Backstein, Barock

Kavalierhäuser

Die zweistöckigen Kavalierhäuser aus Backstein haben Mansardwalmdächer. Die Gebäude sind restauriert und werden zum Wohnen genutzt. Sie stehen am Gutshof, der von den Eigentümern neu gestaltet wurde.

Wirtschaftsgebäude mit Gärtnerei

Die Familie Wordtmann kaufte die Rottmannshagener Gutsanlage und betreibt eine Baumschule mit immergrünen Sträuchern und Gehölzen.

Lenné-Park

1840 beauftragte Ludwig von Moltzahn den Gartenarchitekten Joseph Peter Lenné, den Garten neu zu gestalten. Es entstand ein kleiner Park mit dem tiefer liegenden Tiergarten und Sichtachsen unter Einbeziehung der umgebenden Landschaft. In Nähe des Herrenhauses waren die Flächen mit Sträuchern und Blumen gestaltet. In den vergangenen Jahren ist der Park von den neuen Besitzern gestaltet worden.

Lindenkreise

Zwei Lindenkreise gehören wie die Stieleichen zum alten Inventar der Parkanlage.

Lindenallee

Eine kurze Allee von Lindenbäumen führt zur Kapelle, die abseits des Ortes steht.

Stieleiche

An der Straße nach Jürgenstorf stehen einige sehr alte Stieleichen.