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Kittendorf

Kittendorf liegt südlich von Stavenhagen. Es gehörte einst zum grundherrschaftlichen Besitz des Geschlechtes von Voß, das in dieser Gegend bereits in früher Neuzeit ansässig war. Um 1300 waren die Breydes oder Breides in Kittendorf. Sie stammten aus Holstein. Die Breyde und Voß waren lange auf Kittendorf, bis schließlich die Maltzahn Anfang des 17. Jahrhunderts mit dem Besitz belehnt wurden. Aber im selben Jahrhundert mussten auch sie während der turbulenten kriegerischen Zeiten das Gut aufgeben. Im Jahre 1690 gelangte das Gut an die Familie von Blücher. Von diesen kam es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (1751) an die von Oertzen. Die Familie von Oertzen konnte das Gut 200 Jahre lang bewirtschaften, bis sie 1945 enteignet wurden. Die Gutsanlage blieb nicht erhalten. Sie wurde von der Treuhandliegenschaftsgesellschaft nach der Wende abgerissen.

Information
Anschrift: Öffnungszeiten: Kontakt:
Touristinformation Stavenhagen
Markt 1
17153 Stavenhagen
Mo-Fr 10.00-17.00 fon: 039954/ 279835 o. 21072
fax: 039954/ 2 10 72
mail: stadt.stavenhagen@t online.de
hp: http://www.stavenhagen.de

Dorfkirche Kittendorf

Die Kirche ist in Kittendorf das erste steinerne Zeugnis deutscher Besiedlung, die hier im Einklang mit der Christianisierung unter pommerscher Herrschaft erfolgte. Das Gotteshaus ist ein frühgotischer Feldsteinbau aus der Zeit um 1250. Es hat ein quadratisches Schiff aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und einen ebensolchen Turm mit Backsteinoberteil und steilem Helm (14. Jahrhundert). Ost- und Chorgiebel sind mit Blenden und Backstein geschmückt. Das Westportal stammt aus dem 19. Jahrhundert. Im Kirchenschiff sind nachträglich über einem runden Mittelpfeiler vier Kreuzrippengewölbe errichtet worden. Die mit 1288 datierte Bronzeglocke ist die älteste von Mecklenburg und wird noch per Hand geläutet. Sie war dazu berufen, auf dem Marktplatz Stavenhagens mit dem Jahre 1995 zugleich auch das zweite Jahrtausend des Landes Mecklenburg einzuläuten.

Baustil/Bauweise: Backstein, Feldstein, Gotik

Öffnungszeiten:
Besichtigung der Kirche auf Anmeldung im Pfarramt

Kontakt:
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Kittendorf, Pastorin Rita Wegner
Dorfstraße 25
17153 Kittendorf
Telefon: 039955/ 20832
Telefax: 039955/ 2 08 32
kittendorf@kirchenkreis-stargard.de
http://www.kirchenkreis-stargard.de/Kittendorf.140.0.html

Kirchenschiff

Im Kirchenschiff sind nachträglich über einem runden Mittelpfeiler vier Kreuzrippengewölbe errichtet worden.

Innenraum

Der Altaraufsatz von 1603 war 1751 neu zusammengesetzt und übermalt worden. Er konnte im Jahr 2004 restauriert werden. Schlicht gehalten ist die hölzerne Kanzel von 1596. Die Patronatsempore steht auf geschnitzten Säulen. Auf den Gemälden werden die neun Tugenden und Wappen dargestellt.

Wandmalereien

Im Triumphbogen ist eine kleine Fläche vorhandener mittelalterlicher Wandmalereien freigelegt.

Wappen

Das Wappen an der Patronatsempore, datiert von 1862, ist für die Familien von Oertzen und von Köthen gestaltet worden.

Pfarrhaus mit Wirtschaftsgebäude

Das Pfarrhaus, ein ansprechender Fachwerkbau mit originaler Holztür und Holzfensterläden, steht am Ortsrand und ist von einem großen Garten umgeben.

Schloss Kittendorf

Das Schloss von Kittendorf ist ein Bauwerk im neugotischen Stil (1848-1853). Die Gestaltung mit Zinnenkranz, Ecktürmchen, achteckigem hohem Turm und Altan vor dem Hauptportal erinnert an ein Märchenschloss. Es war für Hans Friedrich von Oertzen von dem Berliner Architekten Friedrich Hitzig entworfen worden und wird auch als „kleinere Schwester“ des Schlosses von Babelsberg bezeichnet. 1945 kam es zur Enteignung der Familie von Oertzen. Das Herrenhaus wurde als landwirtschaftliche Schule und Internat genutzt. In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts konnte es nach Originalplänen rekonstruiert und zum Schlosshotel umgebaut werden. Die sorgfältig restaurierten Innenräume lassen die Lebenskultur des 19. Jahrhunderts erahnen. Dazu zählen die Eingangshalle, der oktogonale, reich stuckierte Speisesaal sowie die Bibliothek als schönster Raum des Gebäudes.

Baustil/Bauweise: Putzbau, Neugotik

Kontakt:
Schlosshotel Kittendorf, Kay Hartmann o. Constantin Trettler
Dorfstraße 47
17153 Kittendorf
Telefon: 039955/ 500 o. 50131
Telefax: 039955/ 5 01 40
post@schloss-kittendorf.de
http://www.schloss-kittendorf.de

Blick zum Schloss

Auch die parkseitige Fassade zeigt die Eleganz eines Schlosses im neugotischen Stil. Zwei große Platanen stehen im Terrassenbereich, der in den Park mit einer Größe von 50 ha überleitet.

Englischer Landschaftspark

Die Terrassen- und Treppenanlage führt in den ausgedehnten englischen Landschaftspark, der terrassenförmig nach Plänen von Joseph Peter Lenné angelegt war. In der gepflegten Anlage stehen sehr alte Bäume (z.B. Rotbuche, Feldahorn). Spazierwege laden zu erholsamen Stunden in das abwechslungsreiche Gelände ein. Der Park ist öffentlich zugänglich.

Lindenkreis

Lindenkreise sind gelegentlich in historischen Parkanlagen zu finden, wie z.B. auch im Park von Rottmannshagen.

Lindenallee

Bemerkenswert ist die gut erhaltene, dicht gepflanzte Lindenallee.

Wassermühle Kittendorf

Die Kittendorfer Wassermühle steht ungenutzt leer an der Dorfstraße am Parkrand und scheint keine Chance einer Rettung zu haben. Sie wurde vom Kittendorfer Gut bewirtschaftet und arbeitete noch nach 1945. Später nutzte die LPG das Gebäude.

Gasthaus Nörenberg

An dem historischen Gebäude blieb die Backsteinfassade erhalten. Sie ist mit roten und gelben Steinen abwechslungsreich gestaltet.

Schmiede

Direkt neben dem Gasthaus steht die Schmiede mit Laubengang.

Bauernhof

1830 ließ der Gutsbesitzer von Oertzen die Bauernstellen außerhalb der Ortslage errichten. Einige der Stellen bewahrten ihr ursprüngliches Aussehen.

Gedenkstein Ortsgründung

Der Stein steht am Weg zur Kittendorfer Bauernreihe. Er war 1930 zum 100jährigen Bestehen der Siedlung aufgestellt worden.

Kopfweiden

Die Kopfweiden stehen in der Niederung bei der Kittendorfer Bauernreihe. Früher dienten sie den Bauern zum Schneiden von Weidenzweigen, die im Winterhalbjahr zu Körben geflochten wurden.