Ivenack gehört zu den bekanntesten Gütern in Mecklenburg. Im 13. Jahrhundert befand es sich im Besitz der Familie von Stove. Die tausendjährigen Eichen von Ivenack locken viele Besucher in den Ort, zu dem auch ein großer Landschaftspark mit Schloss und Barock-Pavillon gehört. Sehenswert sind auch die Kirche, verschiedene Wirtschaftsgebäude der Schlossanlage und einige Häuser in der Dorflage. Allerdings konnten noch nicht alle Gebäude restauriert werden. Schon die Slawen siedelten hier. Einer der slawischen Plätze befand sich auf der Insel im See. Auch der Ortsname ist slawischen Ursprungs und kann mit Weidenort gedeutet werden. l252 wurde am Nordostufer des Ivenacker Sees ein Kloster für Zisterzienserinnen gegründet. Sie setzten sich besonders für die christliche Missionierung und die Landkultivierung ein. Der Klosterbesitz war sehr groß, nicht zuletzt durch zahlreiche Schenkungen der Herzöge von Pommern und der Landesritterschaften Mecklenburgs und Pommerns. Die Reformation führte zur Schließung des Klosters. Der Beschluss war 1549 auf dem Sternberger Landtag gefasst worden. Aus dem gesamten Klosterbesitz wurde im Jahre 1555 ein herzogliches Amt gebildet. Ein Teil der Klostergebäude wurde zum Schloss für mecklenburgische Herzöge umgebaut. 1586 diente es als Amtssitz und 1709 kaufte Ernst Christoph von Koppelow das Anwesen. 1721 wird Helmhold von Plessen Besitzer und seit 1779 ist die Familie von Maltzahn in Ivenack. Den Charakter eines Gutsdorfes erhielt Ivenack, als Helmut Burchard von Maltzahn (1779-1796) Wirtschaftsgebäude, Katenhäuser und die Dorfstraße bauen ließ. Bis 1945 war die Familie im Besitz von Ivenack. Das Gut ist bekannt geworden durch seine berühmte Vollblutzucht. Die Grafen Plessen auf Ivenack waren neben den Freiherrn von Biel auf Zierow die Repräsentanten der weltberühmten mecklenburgischen Vollblutzucht.
| Information | ||
| Anschrift: | Öffnungszeiten: | Kontakt: |
| Touristinformation Stavenhagen Markt 1 17153 Stavenhagen |
Mo-Fr 10.00-17.00 | fon: 039954/ 279835 o. 21072 fax: 039954/ 2 10 72 mail: stadt.stavenhagen@t online.de hp: http://www.stavenhagen.de |
Das Schloss liegt am Ivenacker See und ist von einem weiten Parkgelände umgeben. Es wurde 1590 auf den Grundmauern ehemaliger Klostergebäude im barocken Stil errichtet. Die zweigeschossige Dreiflügelanlage mit tiefem Ehrenhof und hohen Mansarddächern entstand in mehreren Bauzeiten. An der Hauptfassade wurden 1810 zwei Seitenrisalite und ein Mittelrisalit hinzugefügt, so dass sich die Repräsentanz des Schlosses erhöhte. Nach dem 2. Weltkrieg wohnten Flüchtlinge im Schloss, nachfolgend war hier ein Alten- und Pflegeheim eingerichtet worden. Jetzt befindet sich das restaurationsbedürftige Schloss in Privatbesitz.
Baustil/Bauweise: Barock
Hofseitig befindet sich die repräsentativ gestaltete Eingangstür mit darüberliegendem Balkon.
Nördlich des Schlosses steht der zweigeschossige, pilastergegliederte Marstall mit halbkreisförmigen Seitentrakten am Parkrand. Das halbkreisförmige Gebäude ist um 1780 erbaut worden. Der Putzbau setzt sich aus zweigeschossigen Mittel- und Eckpavillons und eingeschossigen Verbindungsflügeln zusammen. Rückwärtig wurde später eine Reithalle angebaut. Die Pferdezucht hat in Ivenack große Bedeutung gehabt und erreichte internationale Anerkennung. Viele Geschichten ranken sich um den Hengst Herodot, der 1785 aus England geholt wurde, dann von den Franzosen geraubt und wieder nach Ivenack gebracht wurde.
Die um 1770 erbaute Orangerie war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verändert worden. Die straßenseitige Fassade ist zweigeschossig und wird durch einfache Lisenen gegliedert. Die südliche Parkseite hat große Rundbogenfenster und Lisenen.
Das eingeschossige Teehaus mit Walmdach und halbrundem Mittelrisalit war gleichzeitig wie die Orangerie 1770 errichtet worden. Es steht in Nähe des Sees.
Ein Teil der großen Scheune am Wirtschaftshof ist als Traditionshalle ausgebaut worden.
Das restaurierte Forsthaus steht am Weg zwischen dem Schlosspark und dem Tiergarten mit den tausendjährigen Eichen.
Am Park befindet sich ein kleines einstöckiges Fachwerkgebäude. Hier wohnte der Gärtner, der für die Pflege und Gestaltung des Parks zuständig war.
Am ehemaligen Wirtschaftshof des Gutes werden weitere Wirtschaftsgebäude restauriert. Auch der attraktive Bau der Schnitterkaserne wird dazugehören.
Die Kirche steht im Parkgelände nahe des Schlosses. Sie wurde nach 1709 umgebaut, erhielt einen Westturm und wurde verputzt. Im Kern enthält sie noch Bauteile der Klosterkirche der Zisterzienserinnen aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Gestaltung der Westfassade mit Pilastern und Rundbogennischen erfolgte vermutlich 1769. Während Restaurierungsarbeiten wurden die Fenster und der Turmanschluss verändert. Die Altarschranken mit gemalten Wappen und die Kanzel stammen aus dem 16. Jahrhundert. Der Altaraufsatz mit Altarbild ist im 18. Jahrhundert angefertigt worden. Die älteste Kirchenglocke war 1550 gegossen worden. Aufwendig gestaltet ist der Marmorepitaph (um 1721) für Ernst Christoph von Koppelow, der das Schloss Ivenack besessen hatte. Die Kirche war zu sozialistischen Zeiten vernachlässigt und von 1965 bis 1985 baupolizeilich gesperrt worden. 1996 begannen Restaurierungsarbeiten, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, mit Landesmitteln, vom Landkreis Demmin und mit Spenden unterstützt wurden. Der Dachstuhl, die Fenster, der West- und der Nordturm sind erneuert worden.
Baustil/Bauweise: Klassizismus
Öffnungszeiten:
im Sommerhalbjahr geöffnet Mo-So 12.00-18.00
Kontakt:
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Ivenack, Pastorin Rita Wegner
Eichenallee 25
17153 Ivenack
Telefon: 039954/ 3 07 50
Telefax: 0691-33 03 27 17 01
ivenack@kirchenkreis-stargard.de
http://www.kirchenkreis-stargard.de/Ivenack.96.0.html
Während der umfangreichen Restaurierungsarbeiten erhielt auch der Innenraum einen neuen Farbanstrich und der Altar wurde restauriert.
Das Pfarrhaus steht etwas entfernt von der Kirche am Rand der Ortslage. Der schöne Fachwerkbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ist mit Sprossenfenstern und einem hohen Mansarddach ausgestattet. An der straßenseitigen Fassade liegt der zweistöckige Mittelrisalit mit Eingangstür. Gegenüber dem Pfarrhaus hat die Pastorin gemeinsam mit Eltern eine Evangelische Schule gegründet.
Kontakt:
Evangelische Kirchgemeinde, Pastorin Dr. Marion Grant
17153 Ivenack
Telefon: 039954/ 3 07 50
Telefax: 039954/ 3 07 50
kirchgemeinde.ivenack@arcor.de
Die restaurierte Kasettentür mit Oberlicht schmückt die Fassade des Fachwerkgebäudes.
An der Wasserstraße stehen Wohnhäuser mit Fachwerkgiebel. Als Baumaterial wurden Backsteine und für die Fundamente Feldsteine verwendet. Die Kopfsteinpflasterstraße blieb erhalten.
Einen sehenswerten Anblick bietet die Dorfstraße mit Wohnhäusern, neuem Pflaster und Säuleneichen.
Bei der Neugestaltung der Dorfstraße ist auch der Rest des ehemaligen Schäfertores einbezogen worden. In das Pflaster sind die Grundrisse des Tores mit unterschiedlichen Steinen gekennzeichnet.
Um 1800 entstand unter Einbeziehung barocker Gartenelemente ein weitläufiger englischer Landschaftspark, dem sich der Tiergarten mit den bekannten Tausendjährigen Eichen anschließt. Führungen werden angeboten.
Öffnungszeiten:
1. Mai-31. Oktober: Mo-Fr 9.00-18.00, Sa u. So 10.00-18.00; 1. November-30. April nach Absprache; Gruppenführung Mi 10.00 Uhr u. So 11.00 Uhr, nach Absprache
Kontakt:
Revierförster Herr Schumacher
17153 Ivenack
Telefon: 0173/ 3 01 20 48
Das schmiedeeiserne, restaurierte Tor steht jetzt als Schmuck im Parkgelände.
Die alten Baumriesen sind Zeugnisse eines Hudewaldes, einer historischen Landnutzungsform. Das Vieh wurde im Mittelalter in den Wald getrieben, um die vorhandene Boden- und Strauchschicht zu nutzen. Es verblieben weiträumig stehende Einzelbäume, die sich gut entwickeln konnten und zugleich hohe Fruchterträge brachten. Die Eicheln wurden zur Schweinemast genutzt. In Frankreich ist diese Tradition wieder aufgenommen worden, da die mit Eicheln gemästeten Schweine ein besonders schmackhaftes, aber teures Fleisch liefern. Die Pflege der alten Bäume beschränkt sich auf eine Umzäunung, um den Wurzelbereich zu schonen. Die stärkste Eiche hat in Brusthöhe einen Durchmesser von 3,5 m und ein Holzvolumen von 180 Kubikmeter. Ihr geschätztes Alter beträgt 1000 Jahre. Sie ist die älteste lebende Eiche von Deutschland.
Öffnungszeiten:
Tiergarten ganzjährig geöffnet, Gruppenführung durch den Tiergarten regelmäßig mittwochs 10.00 und sonntags 11.00 sowie nach Absprache (Treffpunkt am Eingangsbereich), Anmeldung: Herr Schumacher (0173/ 3012084)
Eintritt:
Erwachsene 1,50 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren 0,50 Euro, Standardführung (2-3 Stunden) je Gruppe 30,00 Euro
Kontakt:
Forstamt Stavenhagen
17139 Gielow, An den Tannen 1
Telefon: 039957/ 2 98-0
Telefax: 039957/ 2 98 15
foa-stavenhagen@lfg.mvnet.de
http://www.ivenacker-eichen.de
Der kleine barocke Bau war im 18. Jahrhundert in Sichtbeziehung zum Schloss errichtet worden und diente als Försterei. Er stand lange Zeit leer und befand sich in einem schlechten Bauzustand. Die Bemühungen des Fördervereins Ivenacker Eichen, eine großzügige Spende der Jost-Reinhold-Stiftung und die Unterstützung durch das Forstamt Stavenhagen ermöglichten die Rettung des historischen Gebäudes. In diesem konnten eine Umweltausstellung zum Thema Wald und ein Café eingerichtet werden. Der Besucher kann sich in einer interaktiven Ausstellung in die vergangenen Lebenszeiten der uralten Eichen begeben. Vielfältige interessante Themen über Waldglas, Streunutzung, Wölfe, Hirsche, Naturschutz, Jagd u.a. mehr werden vorgestellt. Ein Veranstaltungskalender erscheint jährlich und informiert über die Veranstaltungen.
Öffnungszeiten:
Ausstellung und Café:
1. Mai - 31. Oktober täglich,
Mo-Fr 9.00-18.00, Sa+So 10.00-18.00,
außerhalb der Saison zu besonderen Anlässen und auf Nachfrage
Kontakt:
Revierförster Herr Schumacher
17153 Ivenack
Telefon: 0173/ 3 01 20 48
http://www.wald-mv.de
Als Ivenack ein Rittergut war, wurde um 1710 ein umzäunter Tiergarten für Damwild angelegt. Diese Tierart war damals in Deutschland noch wenig bekannt. Bis 1929 bestand das Tiergehege, musste dann aus wirtschaftlichen Gründen aber aufgegeben werden. Seit 1972 kann hier wieder Damwild in dem 72 ha großen und eingezäunten Gebiet in unmittelbarer Nähe beobachtet werden. Das Areal ist eine in Deutschland einzigartige kultur- und naturhistorische Besonderheit. Repräsentiert wird eine im Mittelalter weit verbreitete Landnutzungsform, der Hudewald.
Kontakt:
Forstamt Stavenhagen, Herr Schumacher
17153 Ivenack
Telefon: 0173/ 3 01 20 84
Die Sage berichtet über Nonnen des Zisterzienserklosters Ivenack. Sieben Nonnen brachen vor vielen Jahrhunderten ihr Gelübde und hatten eine schreckliche Sünde begangen. Um welche es sich handelte, wird in der Sage nicht näher berichtet. Zur Strafe wurden sie in Eichen verwandelt. Diese stehen zum Teil heute noch, einige sind inzwischen abgestorben. Da es in der Sage heißt, dass die erste der sieben Nonnen nach 1000 Jahren erlöst wird und der Baum abstirbt, kann davon ausgegangen werden, dass sich die Weissagung für einige Nonnen schon erfüllt hat.
Am Wanderweg nach Stavenhagen stehen auf einer Anhöhe zwei Gedenksteine. Sie erinnern an eine große, aber kurze Liebe. Graf von Plessen hatte große Zuneigung zu Anna Elisabeth Gilow gefunden. Das einfache, junge Mädchen mit einer angenehmen Erscheinung zeichnete sich durch ein gutes Herz, Anmut und Heiterkeit aus. Anna Elisabeth Gilow und Graf von Plessen hatten mehrere Kinder, durften aber nicht heiraten. Doch schon nach sieben Jahren des glücklichen und harmonischen Zusammenseins verstarb die junge Frau. Zur Erinnerung ließ der Graf die beiden Steine aufstellen. Er konnte Anna Elisabeth nie vergessen und lebte fortan allein.
Die Lindenallee in Seenähe stammt aus der Zeit der barocken Parkgestaltung.
Eine geschlossene Kastanienallee führt von der Landstraße in den Ort Ivenack.
Um den Ivenacker See gibt es einen ausgeschilderten Radwanderweg mit zwei Verbindungen nach Stavenhagen.
Ein alter Landweg, mit Altbäumen und Sträuchern untersetzt, dient jetzt als Fahrradwanderweg. Er führt in östliche Richtung aus dem Ort nach Zolkendorf.
Der Ivenacker See liegt am Park mit Schloss und Kirche (Blick von der Klockower Seite nach Ivenack).