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Gielow

Im 13. Jahrhundert gehörte Gielow als Lehen dem Darguner Kloster. Im Zusammenhang mit der Säkularisierung Mitte des 16. Jahrhunderts gelangte Gielow wieder in Landesbesitz. Eine ungewöhnliche Entwicklung für ein kleines mecklenburgisches Dorf setzte Mitte des 19. Jahrhunderts ein, da die Bauern nur wenig Verpflichtungen gegenüber dem Land hatten. Sie konnten Getreide verkaufen, denn die Nachfrage war zu dieser Zeit auf dem Weltmarkt hoch. Durch die Einrichtung von Büdnereien fanden hier nichterbberechtigte Bauernsöhne eine Existenz. Sie produzierten für den Eigenbedarf und fanden Zuverdienste durch handwerkliche Tätigkeiten, deren Erzeugnisse mit Erfolg in der Umgebung abgesetzt wurden. Mit der Gründung einer kleinen Landmaschinenfabrik, eines größeren Sägewerkes und eines Kalkwerks kam es sogar zum Bau von ansehnlichen Villen. Günstig wirkten sich der Bau der Eisenbahnlinie Waren-Malchin und der Landstraßenbau auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Auch das 20. Jahrhundert hinterließ Spuren im Ort. Zwei Reihenhaus-Siedlungen entstanden während der Hitlerzeit, mehrgeschossige Plattenbauten in den 70er Jahren.

Information
Anschrift: Öffnungszeiten: Kontakt:
Stadtinformation Malchin
Am Markt 1 / St. Johanniskirche
17139 Malchin
Mai bis September: Mo-Fr 10.00-13.00, 14.00-17.00, Sa 9.00-11.00; Oktober bis Mai: Mo-Fr 10.00-12.00, 13.00-16.00 fon: 03994/ 64 01 11
fax: 03994/ 64 01 23
mail: stadtinfo@malchin.de
hp: http://www.malchin.de

Kirche Gielow

Die aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammende Kirche war ursprünglich einschiffig, von Kreuzgewölben überspannt und im Osten dreiseitig geschlossen. Der Westturm stammt aus dem 15./16. Jahrhundert. 1897/1898 wurde die Kirche zur kreuzförmigen Anlage erweitert, dabei der ursprünglich dreiseitige Ostschluss abgebrochen. Im Innern ist die Kirche mit einer qualitätsvollen Holzdecke geschlossen.

Kontakt:
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Gielow, Pastor Dr. Christian Burchard
Straße der Einheit 60
17139 Gielow
Telefon: 039957/ 2 03 42
Telefax: 039957/ 2 03 42
gielow@kirchenkreis-guestrow.de
http://www.kirchenkreis-guestrow.de/gielow.html

Taufschale

Die Taufschale aus Granit war im 13. Jahrhundert mit einfachen Reliefköpfen und Blattformen geschmückt worden.

Pfarrhaus

Das um 1995 sanierte neugotische Pfarrhaus wird flankiert von einer kleinen Fachwerkscheune. Diese stammt aus der Zeit, als in den Bauerndörfern auch die Pastoren häufig einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschafteten.

Kontakt:
Straße der Einheit 60
17139 Gielow

Backsteinportale und Friedhofsmauer

Das Portal aus Backsteinen mit Rundbogen ist im 15. Jahrhundert errichtet worden.

Heimatstube Gielow

Anliegen der Heimatstube in Gielow ist es, typischen Haus- und Hofrat unserer Region zu zeigen. Seit 1994 trägt ein Verein dieses Material zusammen und präsentiert es in einem Raum als Küchen-, Wohn- und Arbeitsbereich, vieles zum Anfassen. Neben dieser ständigen Ausstellung gibt es vielfältige Sonderausstellungen, in denen verschiedene Lebensbereiche der Bevölkerung aus historischer Sicht beleuchtet werden. Gern werden auch die Straßenfeste und Aktionstage besucht, auf denen neben Beschäftigungen für Kinder auch alte Handwerks- und Arbeitstechniken demonstriert werden. Viele Schulklassen nutzen Wandertage, um sich mit der Lebensweise ihrer Großeltern vertraut zu machen.

Öffnungszeiten:
Mi 14.30-16.30 (April-Oktober), nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten; der Kräutergarten an der Wasserburg Liepen ist durchgehend geöffnet.

Eintritt:
Erwachsene: 1,00 Euro, Kinder: frei

Kontakt:
Uns Heimatstuf e.V. Gielow, Birgit Leupold
August-Bebel-Straße 15
17139 Gielow
Telefon: 039957/ 2 06 77

Gielower Mühle

Die Gielower Wassermühle einschließlich des Wohnhauses war 1872 nach dem Brand der Amtsmühle mit vier Geschossen errichtet worden. Das Wasser der Ostpeene versorgte die Mühle, die eine Leistung von 15 t pro Tag hatte. Zuletzt wurde hier Mischfutter hergestellt. Nach 1990 fand ein Umbau zu einem Wasserkraftwerk statt. Ein 50 kW-Generator erzeugt Strom. Der Antrieb erfolgt über eine Franisturbine. Dieser Turbinentyp wird am häufigsten bei Wasserkraftwerken eingesetzt. Sie ist geeignet bei mittleren Fallhöhen des Wassers und mittleren Durchflussmengen. Die verstellbaren Schaufeln erlauben, dass die Drehzahl der Turbine bei Lastwechsel des angeschlossenen Generators und bei wechselnden Wasserständen konstant gehalten wird.

Kontakt:
Herr Barbendererde
Dorfstraße 1
17139 Gielow
Telefon: 04321/ 4 22 95

Bahnhof

Die Eisenbahnlinie nach Malchin, die einst für die Wirtschaftskraft des Ortes sorgte, ist stillgelegt. In dem ehemaligen Bahnhofsgebäude, das ungefähr 100 m von der Dorfstraße entfernt liegt, ist jetzt eine Wohnung eingerichtet.

Kontakt:
Am Bornbruch 2/4
17139 Gielow

Fritz-Reuter-Ort

Ein Müller der Gielower Mühle diente Fritz Reuter auf Grund seiner Urigkeit als Anregung zur Gestaltung einer wichtigen Figur im Roman "Ut mine Franzosentid".

Wohn- und Geschäftshaus

In der wirtschaftlichen Blütezeit von Gielow zogen auch Händler und Kaufleute nach Gielow. Das Wohn- und Geschäftshaus blieb als Zeitzeuge erhalten.

Kontakt:
Am Bornbruch 8
17139 Gielow

Ehemalige Landmaschinenfabrik

Die am Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Landmaschinenfabrik diente der LPG als Werkstatt und gegenwärtig als Lager.

Kontakt:
Straße der Einheit 44/46
17139 Gielow

Kriegerdenkmal 1870/1871

Gegenüber der Kirche befindet sich das sogenannte "Sedandenkmal". Bürger finanzierten das Denkmal nach dem Sieg des damals stark nationalistisch geprägten Deutschland über Frankreich.

Naturschutzgebiet "Ostpeene"

Das Schutzgebiet mit einer Größe von 138 ha besteht seit 1989 und wurde 1997 erweitert. Die Ostpeene hat sich hier 10 bis 20 m tief in die Grundmoränenflächen des Mecklenburger Eisvorstoßes eingeschnitten. An einigen Stellen treten Quellen auf, die verschiedene seltene Quellengleyböden entstehen ließen. Das Waldgebiet Benz westlich der Ostpeene entstand im Mittelalter durch Auflassung. Reste mittelalterlicher Hoch- oder Wölbäcker sind im nördlich gelegenen Waldstück Rosengarten zu finden. Im Gebiet kommen vier Lurch- und zehn Fischarten vor. Der Fischotter hat hier seinen Lebensraum. In den Feuchtbereichen und Trockenhängen treten besondere Pflanzenarten auf. Rad- und Wanderwege sind vorhanden.

Wanderweg

Die Gielower Mühle ist Ausgangspunkt für einen sehr schönen Wanderrundweg, der am Durchbruchstal der Ostpeene entlangführt. Das Gebiet mit einer Länge von 18 km trägt Merkmale einer Mittelgebirgslandschaft. Die Ostpeene fließt hier mit einem starken Gefälle über den steinigen Untergrund. Aus diesem Grund gab es an diesem Flussabschnitt früher vier Wassermühlen.

Kalkgruben

Zwischen Malchin und Gielow liegen im Heidenholz und der umgebenden Feldmark mehrere Schollen von Kreidekalken, die vor allem im 19. Jahrhundert abgebaut und als Bau- und Düngekalk Verwendung fanden. Sie wurden vom vorrückenden Inlandeis aus dem Untergrund aufgenommen und verfrachtet. Heute sind die ehemaligen Abbaustellen nur schwer zugänglich. Eine Schautafel weist am südlichen Ortsausgang von Malchin (Nähe Jägerhof) auf diese geologische Besonderheit hin.