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Siedenbollentin

Siedenbollentin gehört zu den Siedlungen, die auf dem Treptower Werder gegründet wurden. Die Insellage entsteht durch die Tollense, den Großen und den Kleinen Landgraben, die dieses Gebiet umschließen. Als Herzog Bogislaw 1289 dem Kloster Reinfeld bei Lübeck das Gut Siedenbollentin schenkt, wird der Ort erstmals schriftlich aufgeführt. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs. Die Bezeichnung kann von „bolot“ - Sumpf bzw. Sumpfwiese abgeleitet werden. Der Wortteil „sieden“ - tief, nieder - ist später hinzugefügt wurden. Als deutsche Siedler in das Gebiet kamen, legten sie das Dorf als Straßenort an. Bekannt wurde Siedenbollentin durch den fortschrittlichen Gutsbesitzer Fritz Peters und Fritz Reuter, der mit dem Landwirt befreundet war und gern hierher reiste. Nach dem 2. Weltkrieg vergrößerte sich der Ort und galt als sozialistisches Vorzeigedorf. Das Ortsbild wird von der ehemaligen großen Gutsanlage, dem Pfarrhof, modernisierten Bauernhäusern, mehrstöckigen Neubauten und einer Siedlung von Einfamilienhäusern geprägt. Auffallend ist der gut gepflegte Park, der sich am See erstreckt.

Information
Anschrift: Öffnungszeiten: Kontakt:
Touristinformation Altentreptow
Rathausstraße 1
17087 Altentreptow
Mo-Do 8.00-15.30, Fr 8.00–12.00 fon: 03961/ 25 51 46
fax: 03961/ 25 51 50
mail: altentreptow@t-online.de
hp: http://www.altentreptow.de

Kirche Siedenbollentin

Die Kirche steht in der Ortsmitte und ist von Rasenflächen umgeben. Der Feldsteinsaal stammt aus der Zeit um 1400. Der Ostgiebel wird durch spitzwinklig geschlossene Blenden reich gegliedert. Der im 18. Jahrhundert errichtete Westturm trägt einen hohen achtseitigen Spitzhelm. Der üppige Kanzelaltar von 1750 trägt das Monogramm König Friedrich II. von Preußen. Zur weiteren Ausstattung gehören: Kelch und Patene (18. Jahrhundert), zwei Schalen aus Messing, zwei Leuchter aus Zinn. Die Glocke von 1800 ist von Gottlieb Becker, Stettin. Auf dem Kirchhof befindet sich ein Grabstein für Katharina Wilkens (1755).

Baustil/Bauweise: Feldstein, Putzbau

Kontakt:
Evangelisches Pfarramt Siedenbollentin, Pfarrer Christoph Zellmer
Fritz-Reuter-Straße 5
17089 Siedenbollentin
Telefon: 03969-51 04 26
Telefax: 03969-51 01 25
siedenbollentin@kirchenkreis-demmin.de
http://www.kirchenkreis-demmin.de/index.php?id=240

Kirchturm

Die Siedenbollentiner Kirche wird durch reiche Blendengliederung am Ostgiebel und dem hohen achtseitigen Spitzhelm am hölzernen Westturm charakterisiert. Dieser wurde im 18. Jahrhundert errichtet. 1917 musste die Kirchenglocke für Kriegszwecke abgegeben werden. Eine neue Glocke erhielt die Kirche 1922.

Pfarrhaus

Das neu errichtete Pfarrhaus brannte 1852 ab und wurde ein Jahr später wieder aufgebaut. 1887 wurde das Pfarrhaus durch Blitzschlag beschädigt, konnte aber renoviert werden. Das einstöckige Gebäude ist in Fachwerkbauweise errichtet. Leider ist das Dach mit Betonziegeln gedeckt und hat unpassende Fensteröffnungen erhalten. Ein großer Pfarrgarten liegt hinter dem Haus. Zum Pfarrgrundstück gehörten früher Scheune und Stall. Bis 1834 bewirtschaftete der Pfarrer die Pfarrländereien. Von 1852 bis 1882 verpachtete er diese dann an das Gut.

Baustil/Bauweise: Fachwerk

Kontakt:
Fritz-Reuter-Straße 5
17089 Siedenbollentin

Kriegerdenkmal

Ungewöhnlich ist die große Anlage im Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Kontakt:
Schulstraße
17089 Siedenbollentin

Kriegerdenkmal

Eine hohe, dichte Allee von Abendländischen Lebensbäumen führt zur Gedenksäule. Diese ist von einem Kreis aus Steinen mit den Namen der Gefallenen umgeben.

Grabstelle der Familie Peters

Nicht weit von dem Kriegerdenkmal entfernt befindet sich die Grabstelle der Familie Peters. Fritz Peters (1819-1897) war ein gebildeter Landwirt. Er veröffentlichte mit Erfolg mehrere Publikationen über landwirtschaftliche Themen.

Baustil/Bauweise: Feldstein

Gutshaus Siedenbollentin

1860 kaufte Fritz Peters das Gut von Ludwig Heydemann. Er führte den Landwirtschaftsbetrieb vorbildlich. In seinem Sterbejahr verkaufte er das Gut an die Königliche Klosterkammer Hannover. Sein Sohn pachtete und bewirtschaftete das Gut weiter. 1903 ist Herr Hahn Gutspächter. Nach dem 2. Weltkrieg diente das Gutshaus mit Gaststätte, Jugend- und Kulturräumen als Dorfzentrum. Das Gutshaus ist 2000 verkauft worden und steht leer.

Windmühle Siedenbollentin

Fast wäre die baufällige Erdholländermühle Opfer eines Abrisses geworden. Doch nach Klärung der Eigentumsverhältnisse fand sich ein privater Bewerber. Er kaufte die Mühle und ließ sie äußerlich instand setzen. Die Haube ist allerdings nicht mehr vorhanden.

Fritz-Reuter-Grotte

Die Grotte erinnert an die Freundschaft Fritz Reuters mit der Familie Peters. Diese kaufte 1860 das Rittergut Siedenbollentin. 1869 hielt sich Fritz Reuter zum letzten Mal hier auf. In der Grotte sind Trogmühlen eingemauert. Sie stammen aus der Umgebung von Siedenbollentin und weisen auf frühe Besiedlungszeiten hin.

Landschaftspark

Der Landschaftspark war um 1800 angelegt worden. Er erstreckt sich zwischen der ehemaligen nur noch zum Teil vorhandenen Gutsanlage und dem See. Ungewöhnlich ist der sehr gepflegte Zustand des Parks, der sich in Gemeindeeigentum befindet. Durch das Gelände ziehen sich Spazierwege. Nicht immer wurden Parkanlagen zu sozialistischen Zeiten in ihrem kulturhistorischen Wert erkannt. In Siedenbollentin allerdings kümmerten sich Fachleute und engagierte Bewohner um den Erhalt des Parks. Jährlich fanden Parkfeste statt.

Landschaftspark

Auffallend sind mehrere alte Stieleichen. Die Neuanpflanzungen von Hängebirken, Schwarzerlen und Esskastanien fügen sich gut in den vorhandenen Bestand ein.

Eiskeller

In dem Hügel befand sich einst der Eiskeller. Er ist jetzt verschüttet.

Eiskeller (nach einer Beschreibung von Fritz Peters)

Der Eiskeller befand sich unter dem Hügel und war 12 Fuß tief und 16 Fuß hoch. Der Raum war mit Brettern verkleidet und mit Torf isoliert. Das Eis lag auf Rosten. Es wurde nach dem Hineintragen zerschlagen und mit Salz bestreut, so dass es in großen Stücken zusammenfror. Das Leckwasser wurde herausgepumpt. Der Eingang befand sich auf dem Hügel. Darüber stand ein Pavillon. Er sollte verhindern, dass Regenwasser in den Eiskeller gelangte und war gleichzeitig eine Zierde für den Park. Auf dem Gut gab es noch eine große Eismiete. In dieser wurde das Eis geschichtet und mit Stroh dicht isoliert. Zum Abdecken bevorzugte man trockenes Rapsstroh. Die Miete musste luft- und wasserdicht sein. So hielten die Eisvorräte über den ganzen Sommer. Dieses alte ökologische Verfahren würde heute mit einem Umweltpreis gewürdigt werden.

Badestelle

Am Parkrand liegt eine Badestelle mit großem Steg, Liegewiese und Spielplatz. Als Fritz Peters das Gut besaß, gab es am See ein kleines Badehaus und einen Kunstfelsen auf einer Halbinsel.